Es ist nirgends festzustellen, seit wann Exten eine Schule hat. Urkunden liegen darüber nicht vor. Vermutlich hat Exten kurz nach 1600 eine Schule erhalten.

 

ExtenIm Jahr 1601 trat Graf Ernst I. von Holstein-Schaumburg (24. September 1569 in Bückeburg; † 17. Januar 1622), nachdem sein regierender Bruder Adolf und dessen Erbe verstorben waren, die Regierung in Schaumburg an. Als jüngster von fünf Söhnen Graf Ottos IV. von Holstein-Schaumburg († 1576 in Bückeburg) und dessen zweiter Gemahlin, Elisabeth Ursula von Braunschweig-Lüneburg, bestand lange keine Aussicht zu einer Regierung.

Er wurde einer der bedeutendsten Schaumburger Landesherren und ein großer Kunstmäzen, für den einige der besten Künstler seiner Zeit arbeiteten. Des Weiteren förderte er die Wirtschaft seines Landes, reformierte Kirche und Verwaltung und wurde zum Universitätsgründer. Eine seiner wichtigsten Entscheidungen war die Verlegung der Residenz von Stadthagen nach Bückeburg. Er sanierte die Landesfinanzen und das Land erlebte eine wirtschaftliche Blüte. Die Zünfte förderte er, indem er Siedlungen für sie erbauen ließ. Während seiner verhältnismäßig kurzen Regierungszeit galt seine besondere Fürsorge dem Schulwesen. Er gründete 1610 das Gymnasium Illustre Academia Ernestina in Stadthagen, aus dem 1621 die Universität Rinteln hervorging, damals neben der Universität Helmstedt die einzige in Norddeutschland.  Am Anfang bezahlte er hundert Studenten das Studium. Er schuf eine neue Kirchenordnung für die Grafschaft, in die er auch eine Schulordnung einbaute.

Zu den bereits vorhandenen Stadtschulen und den wenigen Dorfschulen wurden zahlreiche neue Schulen in den größeren Dörfern angelegt. Man vermutet, daß dieser vielleicht bedeutendste Graf Schaumburgs auch die Schule in Exten gestiftet hat. Allerdings muß schon vor 1614 in Exten ein Schulhaus gestanden haben; in diesem Jahr wird nämlich in den Kirchenrechnungen ausdrücklich ein Schulhaus"neubau" erwähnt, der 180 Reichstaler kostete. Aus dieser Tatsache geht auch hervor, daß Exten eine Kirchschule besessen hatte. Während des 30 jährigen Krieges wurde am Schulhaus mehrfach schwerer Schaden angerichtet. Fenster, Türen, Zäune, Öfen, Wände und das Dach wurden zwischen 1624 und 1647 oft zerstört.

Der erste Lehrer in Exten hieß wahrscheinlich Sunnenborg (etwa 1614-1655). Seine Frau nannte man im Dorf die "Schrieftmeistersche", was vermuten lässt, daß die Lehrer zu dieser Zeit "Schriftmeister" genannt wurden. Auf Sunnenborg folgte Cordt Busse. 1668 berichtete dieser ohne Grund und Beweis dem Pfarrer, daß ein gewisser Cordt Schütte zaubern könne, und wurde deshalb zu 1,5 Talern Strafe verurteilt. Eine hohe Strafe, wenn man bedenkt, daß da jährliche Einkommen eines Dorflehrers damals 10 Taler betrug.

Auf Busse folgte etwa 1685 Johann Justus Alberti, auf diesen dann sein Sohn Johann Peter Alberti. Wahrscheinlich lehrten dann die Nachkommen dieser Alberti bis nach 1800 die Extener Kinder.

Alle Lehrer nach Sunnenborg versahen neben ihrem Schulamt auch den Küster- und Kantordienst. In jüngster Zeit aber wurde diese Verbindung allmählich gelöst.


ExtenExtenDie Schule neben der Kirche scheint die ursprüngliche zu sein. Der heutige Bau dort mag wohl aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammen. 1875 baute dann die Gemeinde eine zweite Schule, die auf dem Anger steht. 1908 wird die Schule am Anger erweitert. Eine dritte Lehrerstelle wird geschaffen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden hier 283 Schüler unterrichtet.