Exten

Gegen 1800 wurde die Extener Eisenwarenindustrie durch die Einrichtung zweier Messerfabriken weiter ausgebaut. Diese beiden Werke gehörten H. W. Francks und Fr. Francks. 1838 kam noch ein drittes Werk dazu, dass den Söhnen von Francks, später aber einem Schade gehörte. Diese Messerfabrikanten müssen in Exten sehr angesehene Leute gewesen sein. Vorübergehend waren Fabrikant Francks und später auch Schade Bürgermeister. Die Messerfabrik der Francks befand sich in dem langen Fachwerkhaus neben Korbfabrikant Meyer im Gallenort an der Exter. Dort teilt sich die Exter und fließt noch heute unter dem Haus der ehemaligen Messerschmiede durch. Anfangs hatten die Messerfabriken eine schwere Krise durchzumachen. 1835 lagen die Grafschaft Schaumburg und das Fürstentum Lippe als Fremdkörper zwischen den Ländern des Steuervereins und des Zollvereins; ein paar Jahre später, als Kurhessen sich dem Zollverein angeschlossen hatte, trennten Zollschranken immer noch die Grafschaft von dem großen hannoverschen und oldenburgischen Markt. Als diese Krise überwunden war, nahmen die Messerfabriken in Exten einen guten Aufschwung. Alle drei Messerfabriken zusammen gaben um 1850 90 Messerschmieden Arbeit, die jährlich 300.000 Messer, Gabeln, Feuerstähle und auf Bestellung auch Scheren produzierten. An 28 Feuern wurde gearbeitet, die Schleif- und Polierkräfte wurden ebenfalls durch die Wasserkraft der Exter angetrieben. Man verbrauchte in den Messerfabriken jährlich für etwa 7.000 Taler Rohmaterial und zahlte etwa 7.000 Taler Arbeitslohn, während sich der jährliche Wert der Produktion auf etwa 20.000 Taler belief.