Offene Tür beim Eisenhammer in Exten


Hobbyschmied Wolfgang Ehrich zeigt Ausgangsmaterial und fertige Hacke an einem der zentnerschweren Hämmer. Foto: cm

Exten (cm). Für Wolfgang Ehrich ist der Eisenhammer ein kleines Paradies. Hier lebt der Extener in seiner freien Zeit seine Liebe zur alten Schmiedekunst aus und hält mit einigen weiteren Mitstreitern die bescheidene Produktion von handgeschmiedeten Gartengeräten am Laufen.

 

Exten. Es riecht nach harter Arbeit und sieht nach jahrhundertelanger harter Arbeit aus im Extener Eisenhammer. Riesige Zahnräder, ein Gewirr von durch den Raum verlaufenden Antriebsriemen, ruß- und ölverschmierte Hämmer, Wände und Decke, die durch den Rauch der Schmiedefeuer aussehen, als hätten sie schon mindestens einen Hausbrand hinter sich. Dass eine Kollegin diesen Ort einmal als „Vorhölle“ bezeichnet hat, kann man schon nachvollziehen. Doch für Wolfgang Ehrich ist genau derselbe Ort – so unterschiedlich können Empfindungen sein – eher ein kleines Paradies.

Hier lebt der Extener in seiner freien Zeit seine Liebe zur alten Schmiedekunst aus und hält mit einigen weiteren Mitstreitern die bescheidene Produktion von handgeschmiedeten Gartengeräten am Laufen. Während Besucher sich an diesem Sonntag mit einer filmischen Vorführung über die Schmiede in Aktion begnügen müssen, kündigt Ehrich für Pfingstmontag die nächste Besichtigungsmöglichkeit bei laufendem Betrieb an. „Wir beteiligen uns am Mühlentag. Da werden wir Hacken herstellen.“ Mit einem wirklich nur sehr kleinen zylinderförmigen Stück Metall als Ausgangsmaterial in der einen und einer fertigen Hacke als Endprodukt in der anderen Hand, macht Ehrich deutlich, dass da ein ziemlich langer Bearbeitungsweg zwischen der einen und der anderen Form notwendig ist. „Zur damaligen Zeit war das Material teuer und Arbeitskraft billig. Da war das langwierige Schmieden tatsächlich das billigere Herstellungsverfahren.“

Wenn wir hier die Turbine anschmeißen und die Öfen einheizen, dann ist das sehr eindrucksvoll, aber auch nicht ungefährlich. Die glühenden Stahlteile müssen quer durch den Raum zu den Hämmern gebracht werden. Dort knallen schwere Gewichte mit der Schlagkraft einer halben Tonne aufs Metall. Überall laufen die Antriebsriemen durch den Raum. So ein Arbeitsplatz hätte heute keine Chance auf Genehmigung“, lacht der Hobbyschmied, und macht sich schon Gedanken, wie viele Aufsichtspersonen er wohl am Pfingstmontag brauchen wird, und ob man nicht sinnvollerweise die eine oder andere Stelle absperren sollte. „Die Alternative wäre, die Leute nur durch die Fenster schauen zu lassen.“ Aber das wäre doch schade. Den Eisenhammer in Betrieb müsse man doch mit allen Sinnen erleben. Den sollte man sehen, hören, riechen und fühlen können.

Autor: Claudia Masthoff