So hohen Besuch hatte der Eisenhammer lange nicht mehr: Am vergangenen Freitag hatte sich eine Reisegruppe der TIMS, The International Monological Society, einer internationalen Mühlenorganisation, angekündigt. Die 30 Teilnehmer besichtigten in der Woche nach dem 15. internationalen Mühlensymposium in Berlin die Mühlen in der Region Niedersachsen, Harz und Braunschweig.
veröffentlicht am 04.09.2019 um 14:46 Uhr

Gespannt lauscht die Gruppe dem Vortrag über den Eisenhammer. Foto: Lea
Autor: Lea Drewnitzky
Die Idee, den Eisenhammer in die Tour aufzunehmen, stammte von Gruppenleiter Rüdiger Hagen, wie Horst Vöge, Vorsitzender des Heimatvereins in Exten erklärt. Hagen habe die Planung des Wasserrads der Mühle vor vier Jahren übernommen und den Bau vor zwei Jahren fertiggestellt.
„Alle hier tragen den Mühlenvirus in sich“, erklärt Gerald Bost. Dieser hatte sich auf dem letzten Symposium bereiterklärt, die Veranstaltung in Deutschland zu organisieren und extra dafür den „TIMS Berlin e.V.“ gegründet. Sein Interesse an der Molinologie, so der Fachausdruck, rührt von seiner Arbeit in der Britzer Mühle in Berlin. Eigentlich habe er nur ein Hobby gesucht, bei dem es keine reglmäßgen Treffen oder Wettkämpfe gibt – mittlerweile ist es aber zu einer richtigen Leidenschaft geworden.
Die TIMS hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Interesse und Verständnis über Mühlen sämtlicher Art, betrieben durch Wind, Wasser oder Muskelkraft, zu fördern. Die 500 Mitglieder aus 30 Ländern setzen sich für die Erhaltung und Restaurierung von Mühlen ein.


Zu dem Berliner Symposium kamen 123 Mühlenfans aus 23 Ländern, um sich insgesamt 47 Vorträge von Experten anzuhören und die Mühlen Berlins und der Umgebung zu besichtigen. Bei der Besichtigung des Eisenhammers während der „Post Symposium Tour“ waren Mühlenfans aus neun Ländern vertreten. „Sogar aus Japan und der USA sind die Leute angereist“, erklärt Bost stolz.
Ihm liegt vor allem der Austausch in der Gruppe am Herzen. Zwischen den Besichtigungen gab es immer wieder rege Gespräche, trotz der unterschiedlichen Arbeitsfelder, aus denen sie kommen. „Hochschulprofessoren, Museumsbesitzer, Mühlenbauer und -besitzer, Freiwillige Helfer aus Mühlen – hier ist alles vertreten“, beschreibt Bost die Gruppenzusammensetzung.
„Die ganze Veranstaltung ist gut gelaufen, die Leute sind hochmotiviert“, freut sich der Organisator. Die vier Jahre Vorbereitung und Planung seien zwar sehr zeitintensiv gewesen, es habe sich aber völlig gelohnt.
Neben der Organisation der Symposien veröffentlicht der Verein Bücher über historische, besondere Mühlen, sammelt Spenden für deren Erhalt und organisiert Mühlen-Reisen in andere Länder wie Estland oder Griechenland.
Den Erhalt der historischen Mühlen ist etwas, das TIMS besonders wichtig ist. Durch Briefe an Politiker oder die Öffentlichkeit hat der Verein bereits den Erhalt einiger Mühlen in verschiedenen Ländern gesichert. Mit ihrer Tour wollen sie besonders den Politikern der Region zeigen, „dass die Mühlen hier sehenswert sind, und sie sich darum kümmern müssen“, erläutert Bost ihr Anliegen.

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